Montag, 17. September 2012

Kirchheimer Wollmarkt

Am vergangenen Wochenende (15./16. September 2012) fand bei schönstem Wetter das 2. Kirchheimer Wollfest statt. Ob die Veranstalter wussten, das Samstag ebenfalls der Tag des Spinnens in der Öffentlichkeit war (WWSIP Day)? Auf jeden Fall hat es prima gepasst!


Ein paar Freundinnen aus dem Stuttgarter Stricktreff verbündeten sich mit dem Nürtinger Spinnkreis, der zum Anlass des Wollmarktes im Kirchheimer Schloss öffentliche Spinnvorführungen machte. Das Interesse der Besucher war groß, jede von uns hatte am Abend eine belegte Stimme, so viel wollte erklärt sein. Die häufigste Frage natürlich: "Was machen Sie wenn der Faden reisst?" wurde genauso hinreichend geklärt, wie "Woran genau hat sich Dornröschen denn nun gestochen?" Einigen Menschen konnte ich beweisen, das Wolle nicht kratzen muss und sehr viel Spaß machen kann.



Voller Absicht hatte ich mich knallbunt angezogen, um dem verstaubten Image des Spinnens entgegen zu treten. So fanden sich besonders am Sonntag viele Kinder bei mir ein, ach es ist so schön wenn Kinder staunen! Gemeinsam haben wir verschiedene Wollsorten erfühlt, herausgefunden wie das mit dem Faden geht und das Spinnrad gestartet. Einige haben an der Hanspindel geübt. Eine meiner Spinnkolleginnen war sogar so mutig die Kinder am Spinnrad spinnen zu lassen. Besonders Jungs fanden das ganz toll und trugen voller Stolz die selbstgesponnene Halskette heim.




Aber auch ich habe viel gelernt, z.B. warum die Kardiermaschine so heisst oder wie man eine Spindel ohne Haken bedient. Auch der Vergleich meiner Fäden mit denen der Spinnprofis hat mir gezeigt, dass mein Weg vom Anfänger zum Könner gar nicht mehr weit ist.
Das hat gut getan!
Vor allem aber die Atmossphäre - Sommerwetter - Wolle - liebe Menschen!





Täglich mehrmals führten wir unsere Spinnkünste auf der Festbühne vor. Mir persönlich hat eine Moderation gefehlt, damit die Zuschauer auch wissen, was wir da oben treiben. Am Sonntag war es etwas besser, da hatten wir eine nette Begleitung am Akkordeon.


Mein Lieblingsstand war der der Alpakafarm Schaber aus Neckarhausen. Ich habe mein erstes Alpaka gestreichelt. Das sind richtig schöne Tiere! Dort wechselte dann auch ein großer Sack Alpakavlies den Besitzer ;-). Sofort habe ich das Material auf dem Rädle angesponnen - wundervoll! Es ist ein meliertes beige mit kleinen weissen und schwarzen Flöckchen, die versponnen wie Tweedpünktchen aussehen. Ich werde berichten, wenn es fertig ist. Es soll mal eine Jacke werden.


Zum guten Schluss möchte ich den Damen und dem Herr des Nürtinger Spinnkreises nochmals ganz herzlich für die liebevolle Aufnahme danken - bei Euch kann man sich richtig wohlfühlen!

Das alles war möglich Dank der Hilfe von Frau B. vom Stadtmarketing der Stadt Kirchheim, unbürokratisch, nett und zuvorkommend hat sie sich jederzeit eingesetzt. Dankeschön!



Kommentare:

  1. Liebe Netti,

    ein dickes *Dankeschön* für diesen anschaulichen Bericht und die schönen Bilder,hat mir beides viel Freude gemacht. Das Spinnen von seinem- so sehr zu unrecht- biederen Ruf zu befreien, ist, finde ich, eine ganz wichtige und lohnenswerte Aufgabe. Viele haben eine ganz falsche Vorstellung von diesem feinen Hobby, das begegnet mir immer wieder- und auch das Stricken hat ja manchmal noch gegen Vorurteile zu kämpfen *seufz*.
    Du hast richtig Spaß an der Sache, das sieht man dir auch auf den Bildern an, und so ist sicherlich der Funke der Begeisterung auf viele der Zuschauer übergesprungen. :)
    Bin ja schon auf dein Garn aus dem Alpaka- Vlies gespannt...

    Liebe Grüße,
    Gabi

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  2. Liebe Gabi,
    Dankeschön für Deine netten Worte.
    Dann ist der Beitrag auch richtig verstanden worden. Das freut mich sehr!
    Ich spinne schon am Vlies und habe die 2.Spule begonnen. Es wird aber noch eine Weile dauern, bis ich die riesige Menge verarbeitet habe.
    Ich werde berichten - versprochen.
    LG Netti

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