Dienstag, 9. April 2013

Färben mit Pflanzen und Naturmaterialien

So hiess der Kurs, den ich auf dem Backnanger Wollfest am vergangenen Wochenende belegt habe. Ich hatte schon einiges über das Thema gehört und war neugierig geworden. Der Kurs war sehr schnell ausgebucht, das Interesse groß. Zurecht kann ich nun sagen!

Kursleiterin Margit Ströbele von Alte Künste zeigte uns die Grundlagen des Färbens auf sehr anschauliche Weise und liess uns Laien dann auch mal ran. Mir persönlich hat das die Angst vor all' den Zutaten und Arbeitsschritten genommen. Ehrlich gesagt, ich dachte es geht viel ungesünder "chemischer" zu. Auch die Sache mit der Echtheit der Farben hat mich beschäftigt. Man (Frau) muss es eben nur richtig machen:

1.  Alles ist vorbereitet.: Einkochautomat, eingeweichte Wolle, genügend Wasser im Topf zum Ansetzten
     des Farbbades
2.  Vorbereitungen zum Beizen mit 10%igem AlaunEs sieht ein bisschen nach Chemielabor aus, 
     verschiedene Beizen und färbende Naturmaterialien werden uns vorgestellt.
3.  In der Zwischenzeit ist das Wasser heiß. Eine Teilnehmerin darf die extradicken Schutzhandschuhe
     ausprobieren.
4.  Der Farbbeutel mit Anattosaat wird eingesetzt und kräftig geschwenkt – wir kochen Tee.
5.  und 6. Die Wolle wurde fachgerecht abgebunden und sortiert nach Qualität auf Stäbe gehängt.
     Gleich geht der Spaß los.
7.   Hier werden die ersten Stränge ins Farbbad gegeben, dabei gut geschwenkt.
8.   Nun sind alle Garn-Stränge im Topf. Wir konnten zwischen Socken-, Lace- und Spinnwolle wählen.
9.   Jetzt noch die Spinnwolle (Merino hochfein, den hatte ich mir gewünscht).
10. Alles gut eintauchen und etwas rühren.
11. Ein etwas gruseliger „Tee“ aus getrockneten Läusen (Cochenille) mit teerartiger Konsistenz.
       Tolle Farbe!
12.  bis 14. Faszinierend, wie sich die Farbe verteilt. Dabei umrühren.
15. Kurz ein prüfender Blick zur Anattosaat – Färbung, alles prima.

16. Ein vorgefärbter Alpaka-Kammzug kommt hinzu, wird aber nicht ganz eingetaucht.
17. Einer der Anatto-Stränge darf umziehen und wird teilweise überfärbt.
18. Auch hier gilt, gut schwenken.
19.  Die Anatto-Färbung ist fertig.
20.  Während die Anatto-Stränge sich ausruhen, …
21.  …arbeitet es im Läusetopf noch mächtig.
22.  Die Stellen, die nicht gefärbt werden sollen, liegen einfach oben auf.
23. Die Färbung wird überprüft und für gut befunden.
24. Ein schönes Bild, Variationen von Gelb. Jede Wollqualität hat die Farbe ein wenig anders angenommen.
25. Wow – diese Cochenille färbt prima. Ich sollte meine Ansichten über Läuse überprüfen.
26. Vorher – nachher. Einige der Stränge waren mit etwas Blau vorgefärbt. Das gab schöne Farbeffekte.
27. Links die Cochenille auf einem Alpaka- und rechts auf dem Merino-Kammzug. Hier noch nass.
28. Himbeersirup? Oh nein! Vorsichtshalber hängt ein großes Schild dran. Es gab etwas Färbeflotte zum
      Mitnehmen, es ist Läuse- äh- Cochenille-Tee.
29. Der fertige Alpaka Kammzug in Cochenille Färbung.
30. Merino Kammzug gefärbt mit Anattosaat.

Ich möchte Euch noch dringend raten, meinen Bericht vom Kurs nicht als Anleitung zum Färben zu verstehen, es gab auch Arbeitsgänge die ich nicht fotografiert habe, weil ich selbst mit Hand angelegt hatte, fleissig mitschrieb, oder in einem der Fachbücher blätterte, die die Kursleiterin dabei hatte.

Eines der Bücher hat mich gleich angesprochen und es ist auch schon auf dem Weg zu mir Wild Colour, mit sehr anschaulichen farbigen Bildern. Denke, das ist bestens geeignet für den Einstieg. Nun bin ich auf der Suche nach einem guten gebrauchten Edelstahl-Einkochautomat. Jedenfalls sobald sich mein Konto vom Besuch des Wollfestes erholt hat. ;-) Und im nächsten Bootsurlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte werden junge Schilfblüten gesammelt!

Mir hat der Kurs so viel Spaß gemacht, ich würde ihn glatt nochmal mitmachen. Falls sich jemand von Euch interessiert: Frau Ströbele hat auf Ihrer Seite Termine für neue Kurse stehen. Dort gibt es auch einen schönen Online-Shop mit ihren naturgefärbten Garnen. Diese Schönheit hier habe ich mir auf dem Wollfest geschenkt. Würdet Ihr glauben, das der mit Pflanzen gefärbt ist?



Alte Künste - 100% Merino - Farbe Lavendel



Kommentare:

  1. tolle bilder..ein tipp für euch...nehmt eine kleine schleuder mit....dann kann man die farbe effektiver nutzen..

    ps salatschleuder geht auch...unten löcher reinstanzen und auf passendes gefäß stellen..

    liebe grüße wiebke

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    1. Liebe Wiebke, Danke für den Tipp!
      Die Salatschleuder werde ich auf meine Einkaufsliste für's Färben setzen. Bestimmt gibt's welche auf dem nächsten Flohmarkt.
      LG Netti

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