Samstag, 13. April 2013

Nicht einzig und auch nicht artig...

...aber einmalig! Garantiert:

Auf dem Backnanger Wollfest hatte ich die große Ehre als Kursleiterin zum Thema "Spinnen mit der Handspindel" arbeiten zu dürfen. Ich kam mehr durch Zufall dazu, als durch Eigeninitiative. Durch einen Satz wie "Anfängern das Spinnen zeigen kann ich auch." Nun, man hat mich beim Wort genommen und da stand ich.
Vorbereitet von Schafrassen und Faserarten bis hin zu Literatur zum Thema. Keine Handspindel war mehr vor mir sicher, jedes nur mögliche Material daheim habe ich ausgetestet und geübt bis mir die Finger weh taten.Wohl wissend, das es sehr sehr viele talentiertere und erfahrenere Spinnerinnen als mich gibt.  Es gab einige Momente vor dem Fest, in denen ich am liebsten abgesagt hätte. Aber Freunde läßt man nicht im Stich! Also ran, Anlauf nehmen und über den eigenen Schatten springen, wird schon ... als Christin habe ich ja immer einen starken Mann dabei.

Dann kam er der große Tag, Samstag um 10.00 Uhr sollte es losgehen. Ich wurde um 5.00 Uhr im Hotel wach...ok nochmal üben, bald zog es mich nach draussen, konnte nicht still sitzen. Machte einen sehr langen Spaziergang durch die wunderschöne, gerade erwachende Innenstadt von Backnang. Händler bauten den Markt auf, ich nahm ein paar taufrische wunderschöne Tulpen mit. Noch ein leckeres Frühstück, dann los zum Wollfest.


Minispindel (10g) von Sandy mit etwas Seide
Am Abend zuvor hatte ich die Spindeln für den Kurs zum Testen bekommen. Sie waren aus der Werkstatt von Sandy.
Jede Einzelne war wunderbar in ihrer Art, kann ich wirklich empfehlen. Sie spinnen so toll!
Die Teilnehmer konnten 4 verschiedene Spindeln ausprobieren. Eine Minispindel (10g), zwei Mittelgewichte von 34 bis 36g und eine schwerere von 50g.
Das "Spinnfutter" kam aus dem Hause Knitting Spiro - Spitzenmaterial!





Als Kursmaterial hatte ich Polwarth ausgewählt, weil ich die Kursteilnehmer mit der Weichheit des Materials für das Spinnen begeistern wollte. Es ist etwas rutschig, aber wer damit spinnen kann, dem gelingt nachher vieles leichter.

Wir waren im Musikzimmer der Schule, Raum 6. Der Raum hat einen herrlichen schwarzen Flügel, auf dem die Anschauungsmaterialien richtig was her machten. Ich hatte einige Tücher dabei, hangesponnene Stränge, verschiendene Faserarten, Spindeln, einen Wickeldorn, Bücher und das Spin-Off Magazin.


Seite aus dem Kursmaterial

Kurz vor 10.00 Uhr trafen die ersten Teilnehmerinnen ein. Fröhliche, nette Frauen mit denen man sehr gut ins Gespräch kam. Sie machten mir den Einstieg sowas von leicht ...die weichen Knie bekam ich gar nicht erst. 
Irgendwann im Laufe des Kurses krachte mir die Spindel runter, der Faden riss. Ich hielt die Luft an. Alle lachten, ich auch, und eine Teilnehmerin fragte, was macht man dann? (DANKE!!!) Nun, ich erklärte weiter...

Zukünftig muss ich das wohl effektvoll mit ins Programm einbauen...eigentlich ein Horrorszenario und peinlich...aber am Ende sehr nützlich. Ab dem Moment war ich wirklich locker, was sollte jetzt noch schief gehen?! Am Ende des Kurses hatte jede Teilnehmerin einen eigenen Faden gesponnen. HURRA!

Diese anderthalb Stunden waren wie im Flug vergangen und ich hätte noch so viel über die Geschichte des Spinnens, über Schafrassen und Co. referieren können...nur eines war am Wichtigsten:

Das die Kursteilnehmer Freude an dem hatten, was sie erlernten!



Ich möchte mich ganz herzlich bei den tollen Frauen dieses Kurses bedanken!
Ihr habt mit Eurer Freude, Freundlichkeit, Interesse, Geduld und Geschick aus mir herausgelockt, was ich selbst nicht zu träumen gewagt hätte.
Die sind für Euch!
Ein ganz großes Dankeschön geht auch an die Frauen, die an mich geglaubt haben, mir so was Wundervolles zugetraut und mich in jeder Weise unterstützt haben!
Dankeschön liebe Juli und liebe Renate!

Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Kurs. Nein, bin nicht über Nacht zur Superspinnerin geworden! Sicher sind das auch die meisten Superspinner nicht.
Aber ich habe eine weitere Gabe entdeckt und das ist schon ein Riesengeschenk an sich.
Mir ging ganz einfach das Herz auf. 
Und das ist es, was mich in dem Punkt einmalig macht.

Dank an den starken Mann, der mir dabei die Hand hielt!



Armband, das alle Aussteller und Kursleiter auf dem Fest bekamen.









Kommentare:

  1. Was für ein schöner Bericht, liebe Netti <3
    lg Juli

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  2. Danke für die Blumen...
    ... sagt eine der Teilnehmerinnen (die sich schon auf den nächsten Spinnkurs bei Annett freut).

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