Mittwoch, 1. Mai 2013

Cochenille Färbung

Schon ein paar Mal habe ich Euch vom Backnanger Wollfest 2013 erzählt. So nach und nach verarbeite ich die Erlebnisse und neu erworbenes Wissen in kreativer Art und Weise. Angefangen von einer Stola über eine Jacke gefärbt mit Schilfblüten, Farben, Qualitäten, Fasern und Techniken bis hin zu meinem persönlichen Höhepunkt, dem ersten eigenen Kurs. Mich das Fest umgehauen!

Besonders schön war der Kurs Färben mit Pflanzen und Naturmaterialien (Siehe Bericht). Mir liess es die ganze Zeit nach dem Fest  keine Ruhe mehr, ich wollte selbst von A-Z Hand anlegen und Wolle färben. Auf dem Heimweg von der Arbeit am letzten Mittwoch sah ich in einem Geschäft einen kleinen Edelstahl-Kochtopf mit Thermostat. Dann gab es kein Halten mehr... Der Topf war einer der "Ladenhüter" und wurde deshalb zum Schnäppchenpreis verkauft. So ein Glück!

Und dann geschah das hier:


Die Bilder sind leider sehr dunkel mit Gelbstich durch das Lampenlicht. Ich konnte eben nur nach Feierabend färben. So ganz von A-Z war es noch nicht - die Färbeflotte war aus dem Färbekurs. Aber für's erste Mal, war es ganz schön um nicht den Überblick über die Arbeitsschritte zu verlieren.

Als Beize habe ich Weinstein-Backpulver von Alnatura verwendet.

Beim Einlegen der Wolle in das Färbebad (Bild unten Mitte) wurden einige Flächen erst später in den Sud gedrückt, ich wollte unregelmäßige Farbverteilungen erreichen. 
Gerade fertig - nun schnell auf die Leine.

Obwohl zur Sicherheit zusätzlich ein Thermometer verwendet wurde, war die Wolle nach dem Färben sehr verfilzt. Ich war schockiert - nun - ich bin eine Anfängerin, wer weiss was ich vor lauter Aufregung übersehen habe. Man hat zwischen den Arbeitsgängen zwar viel Zeit, in denen ich auch nochmal meine Mitschrift aus dem Kurs studiert hatte, aber dann muss man auch beherzt handeln. Dennoch: Starke Temperaturwechsel gab es nicht, die Wolle wurde nicht geknetet oder gerubbelt. Naja.


Strang beim Trocknen

Schnell noch die abgekühlte Flotte wieder auffangen, den abgekühlten Strang waschen (Cochenille klebt) und ausspülen.

Etwa eine Stunde (mit Unterbrechungen) habe ich den Kammzug gestreckt, daran herumgerissen und die Fasern auseinander gezerrt. Jetzt schmerzen mir die Finger von der Aktion.
Ich war froh, das ich nicht gleich 500g gefärbt hatte, sondern nur 130g,
falls etwas schief geht...

Und dann - jetzt in Originalfarbe bei Tageslicht:

100% Wolle (Polwarth) handgefärbt mit Cochenille

Man sieht die unterschiedliche Farbaufnahme ziemlich gut - so hatte ich mir das gewünscht.
Weisse Stellen gibt es in der Wolle nicht, das sind Reflexionen mit dem Tageslicht.
(Der persönliche Profifotograf schläft gerade noch).

Ich bin schon sehr neugierig, wie es sich verspinnt. Besonders nach der Entfilzungsaktion...
Ihr werdet von mir hören.

Euch allen einen schönen Maifeiertag.
Liebe Grüße Eure

Netti



Kommentare:

  1. du darfst die wolle, die leicht filzt, gar nicht drücken oder bewegen...nur hineinlegen ich nehme sie immer erst kalt heraus..lieber weiteren färbezug..als sie hin und herbewegen,wenn sie nicht gesponnen ist. gruß wiebke

    übe mit deichschafwolle wie texel. weißköpf. Fleischschafe, die filzt nicht, ideal für den start..( man nennt sie eiderwolle)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Wiebke,
      ganz herzlichen Dank! Aha! Ich hatte ab und zu vorsichtig umgerührt....und den Strang lauwarm (20°C) aus dem Topf entnommen. Vorsichtig ausgedrückt (Salatschleuder fehlt mir noch). Hatte dann das Thermometer ins Spülbecken gelegt und mit 20°C warmen Wasser ausgespült. Eiderwolle ist notiert.
      Schönes Wochenende!
      LG Netti

      Löschen