Dienstag, 11. März 2014

Einfach mal machen

Auf einem Spaziergang in meiner Heimatstadt Schwerin entdeckte ich in einer Fensterreihe wunderbare, handgewebte Gardinen. Sie schienen aus grauem Leinen zu sein, mit unregelmäßigen "Löchern" und Streifen. In einigen steckten Zweige und anderes Naturmaterial. Ein Traum! Leider hatte ich damals nicht die Geistesgegenwart ein Foto zu machen. Das ist bald 20 Jahre her.

Wie ich zum Weben kam, habe ich Euch bereits bereichtet und spätestens seit letztem Sommer ist es fester Bestandteil meiner kreativen Aktivitäten geworden. Im Sommerwebkurs 2013 in Hohebuch entstand die erste Gardine. Das Wohnzimmer hat aber insgesamt 3 Doppel-Fenster...

Aus diesem Material sollten sie entstehen. 
Leider musste ich das graue Leinen weglassen, es passte nicht dazu.

Erste Anfänge im Sommer 2013, hier noch mit Leihwebrahmen.

Die erste fertige Gardine, Sommer 2013
Hier ein neuer 2014er unter der Nadel.
 
Und das sind sie nun alle 6 - insgesamt 7,50m lang und 0,42m breit. Gewebt mit einem 60er und später einem 50er Kamm. 3mal habe je 3m Kette aufgezogen und immer ein Doppelfenster abgearbeitet. Der unruhige Fadenverlauf ist Absicht, erst mit den Fingern, dann mit Hilfe einer Gabel manipuliert.


Die Art der Dekoration wird sich noch ändern, die mittig sitzenden Spitzenbänder werden durch 2 durchsichtige Rollobänder erstetzt. Sobald ich mal wieder in ein Stoffgeschäft komme. Wahrscheinlich im nächsten Urlaub. 

Da die Gardinen meine Anfänger-Stücke sind, sehen sie noch sehr brav aus. Hat was von "Puppenstube". So richtig ist das (noch) nicht mein Geschmack. Sicher sieht es mit den Rollbändern moderner aus.  Eines Tages werde ich so gut weben können, dass ich mir die Traumgardine aus Leinen mit den großen "Löchern" und Zweigen doch noch mache. 

Windradfolie und Acrylfarben
In Hohebuch habe ich einige Inspirationen bekommen -  Arbeitstitel "Kunstobjekt". Eigentlich fallen mir gleich mehrere Dinge ein, die ich gestalten möchte. Zuerst möchte ich einen Vorhang oder Gardine gestalten, die an Seen erinnert. Dafür habe ich diese Windradfolie aus meinem Bastelfundus gesucht und Acrylfarben gekauft. Ein Riesenspaß war es, die Folie zu bemalen - in Schichten, mit sehr viel Wasser und kaum Farbe. Immer gut trocknen lassen, dann die nächste Schicht. Ziel: Das Licht muss noch durchscheinen.

Die 2. Schicht ist drauf.
Es waren 6 Schichten Farbe. Zum Schluss habe ich Diamond Glaze, eine Art Lack auf Wasserbasis, 
über alle Schichten gegeben, um die Farbe haltbarer zu machen.

Sobald ich wieder Zeit habe, mache ich mich an eine "Bauzeichnung" für den Rest des Objektes. Danach geht es an den Webrahmen....und diesmal mit Leinen ...

PS: Seht Ihr die Figur im mittleren Fenster? Sie trägt einen Stoffrest - eine Gardine war einen Mustersatz zu lang geraten und musste gekürzt werden. Hatte ziemliche Angst alles zu ruinieren. Als passionierte Strickerin schneidet man nur in einem Falle in sein Werkstück - Steeks. Das hier ist aber kein Norwegerpulli, sondern eine zarte Gardine! Meine Überraschung war groß, als sich der Gardinenstoff sehr leicht schneiden ließ und die Form behielt, obwohl ich mitten ins Gewebe schneiden musste. Wie Tille schon sagte: "...einfach mal machen.." Dieser Stoffrest soll mich daran erinnern.

EINFACH MAL MACHEN

In diesem Sinne, alles Liebe, Eure Netti






Kommentare:

  1. Auch wenn du noch nicht so ganz zufrieden mit deinen Gardinen bist, ich finde sie super.
    Respekt.
    LG Ursula

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  2. Deine Gardinen sind toll geworden!
    Und um so einen schönen Weburlaub kann man dich richtig beneiden!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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