Mittwoch, 16. September 2015

Von Igeln, einem Fisch und vielen Sternen - Netti geht klöppeln

Schon wieder?! Na klar, und ich könnte gleich wieder hin. Kurzum - es war ein tolles langes Wochenende in Wernau. Wie schon bei meinen anderen Besuchen dort habe ich dort auch übernachtet, so das erstens mehr Zeit zum Klöppeln und für Gemeinschaft blieb; vor allem wurde es zweitens ein Ausstieg aus dem Alltag. 

Gerade alle Materialien ausgepackt, es kann losgehen.
Am Donnerstag, dem 10.September ab 14.00 Uhr konnten wir anreisen und loslegen. Die Freude war groß, als ich viele bekannte Gesichter aus anderen Kursen zuvor wiedersah. Wir waren knapp 10 Teilnehmer, was für ein sehr entspanntes Arbeiten und Lernen sorgte. Faszinierend wie Margret auf jede einzelne eingehen kann und jede Leistungsstufe beim Klöppeln spielend beherrscht... Torchon, Tüll, Chantilly, Djeppe-Schlag, Pagode... das waren Begriffe die ständig im Raum schwebten. 


Ich entschied erst einmal meinen Fisch fertigzustellen, so lange harrt er schon unfertig auf dem Kissen aus. Danach sollte es mit meiner Tunika und Übungen für Ecken weitergehen. Mir gefiel mein Ergebnis aus meinem Selbststudium daheim nicht, ich wollte unbedingt richtig saubere Ecken klöppeln lernen. Es ist ein bisschen wie verkürzte Reihen stricken, wer diese Theorie im Kopf hat tut sich leichter, glaube ich.


Der Fisch trocknet hier bereits. Soll heißen, er wurde vom Kissen genommen und durchdringend mit Haarspray behandelt und geföhnt. Zus Sicherheit hatte ich ihn noch in die Sonne auf die Fensterbank gelegt, bevor ich die Nadeln zog.

Er gefällt mit ausgesprochen gut, auch wenn er aus recht grobem Leinen geklöppelt ist. Noch brauche ich so dickes Garn, das ist einfacher für Anfänger.




Erst sehr spät am Abend bezog ich mein Zimmer, was einfach aber gemütlich eingerichtet ist. Zuvor gab es ein einfaches aber gutes Abendessen mit Rollmops und Salat und einen ausgiebigen Besuch im wunderbaren Buchladen - den ich schon wieder nicht fotografiert habe.




Dank einer enthusiastischen Jugendgruppe (FSJ) die das ganze Haus belegten, habe ich gleich ein Buch von Anfang bis Ende durchgelesen. Erst gegen 3.30 Uhr war Ruhe und es war an Schlaf zu denken, ich hatte zwar etwas gesagt, aber dann geht eben an einer anderen Ecke der Krach los. Entsprechend schwer waren die Augen am nächsten Morgen und ich recht muffelig. Dem netten Herrn am Empfang habe ich auch gleich Bescheid gegeben.




Das schöne Eingangsportal am nächsten Morgen, Sonnenschein und Temperaturen über 25°C. So was macht Freude. Nach dem Frühstück klöppelten wir fröhlich los, ich hatte noch neue Klöppel zu wickeln für mein Ecken-Übungsprojekt.


Hier hängen schon ein paar der 12 nötigen Paare. Ein kleineres Projekt also. Denn eigentlich möchte ich doch die Tunika klöppeln. 

Nach einiger Zeit betrat eine Abordnung der Jugendgruppe unseren Arbeitsraum und hat sich unaufgefordert bei uns in aller Form für die Ruhestörung entschuldigt. Da tat mir meine Beschwerde schon fast leid. Es war ihr letzter gemeinsamer Abend gewesen...die waren eigentlich total nett! Sie haben sich dann noch von einigen zeigen lassen, was Klöppeln eigentlich genau ist. 

Bald ging es schon zum Mittagessen, herrlich, wenn man nicht selbst dafür sorgen muss und sogar 3 Gänge und noch mehrere Hauptgerichte zur Wahl vom Büffet hat. Neu für mich waren mit frischen großen Chillischoten gefüllte Wasserkaraffen, mit Limonen und Minze. Schmeckt toll erfrischend und ein bisschen scharf.





So nun geht die Ecke voran, am Ende ensteht eine Art Kachel, die zur Hälfte im Halbschlag und zur anderen Hälfte im Leinenschlag gearbeitet ist; der Rand wird mit einem Ganzschlag stabilisiert. Ein wenig Respekt habe ich schon davor, aber Margret ist stets in der Nähe.




Hier ein Blick ins Foyer, das direkt zu unserem Kursraum führt, mit wunderbarer Kaffeemaschine (Frische Latte Macchiato & Espresso kein Problem). Wer mal eine Auszeit vom konzentrierten Arbeiten möchte sitzt eben hier und strickt eine Runde oder zwei.



Sehr schön ist auch die Wandgestaltung, vor der man dann sitzt und genießt oder fröhlich mit anderen aus der Gruppe plaudern kann.



Ich mag solche grafischen, plakativen Arbeiten, sie regen meine Phantasie an






Auf der Arbeit neben dem Geländer ist sogar ein Fisch zu sehen, natürlich sind es christliche Symbole. Aber ich sollte mir mal bei Gelegenheit das Bild erklären lassen.








So, an der Ecke angekommen. Da habe ich mich ganz schön schwer mit getan. Müssen die Löcher nun zu oder auf, verdrehen oder nicht....oh Menno mir hat der Kopf geraucht.

'Klöppeln ist nix für Doofe' sagte jemand im Kurs. Stimmt! 


Mal ein Blick in unseren Arbeitsraum, in dem wunderschöne Arbeiten entstanden und entstehen. Margret hatte auch wieder ihren "Bauchladen" dabei. Seht Ihr die blaue Klöppelrolle mittig, etwas weiter hinten? Das ist meine erste neue Rolle - ich war sofort in sie verliebt. Sie musste einfach mit. Sie ist sehr fest mit Sägespänen gestopft und dadurch richtig schwer. Mein etwas leichteres Heukissen "wandert" nämlich so manches Mal auf dem Ständer. Was nicht besonders schlimm ist, das blaue Kissen hatte es mir angetan. 


Wow, was für ein Igel! Dieser gehört Susanne. Auf diese Weise piekst man sich nicht ständig beim Nadeln aufnehmen. Gudrun hatte gleich 3 solcher Igel dabei, die ihr Mann für sie vorbereitet hatte. So romantisch, hach! Ich glaube ich brauche auch so einen Igel, ich rede mal mit meinem Holden.


So, nun sind es schon 3 Ecken, es ist mittlerweile Sonnabend Nachmittag. In den letzten beiden Ecken sind jede Menge Nerven (meine) strapaziert worden. Kapiert habe ich ein wenig, ohne Ansagen von Margret wäre nix gegangen. Damit keine Löcher entstehen muss man anhäkeln, was einfach ist. Aber das Ganze wann und wo war mir noch völlig schleierhaft. So stand die geduldigste aller Lehrerinnen neben mir und hat mir jeden Schlag und Handgriff einzeln angesagt. Sie hat auch gesagt warum, aber es wollte nicht in mein Hirn. Leider. Immerhin kann ich jetzt Lochecken selber klöppeln.


Nochmal ein Blick in den Raum am Sonntag, der sehr entspannt verlief. Alle hatten erreicht was sie wollten, niemand musste noch unbedingt ganz schnell etwas machen. Sehr schön und natürlich auch ein bisschen wehmütig, weil die schöne Zeit vorüber ist.

Ich hatte am Abend zuvor gepackt und habe nur noch wenig geklöppelt, mir war das Gespräch mit den anderen wichtiger. 

Am Sonnabend Nachmittag hatten sich einige für ein neues Projekt, einen großen Weihnachtsstern entschieden. Der gefiel mir auch, aber ich habe ja meine Ecken und die Tunika! Außerdem bin ich Anfängerin und kann sowas noch nicht! 

Das war auch so etwas was mich die ganze Zeit im Kurs begleitet hat, denn ich war dort die einzige Anfängerin und habe mich ziemlich in diese Sache hinein gegeben. Es für mein Ego eine Schule, die letzte im Feld zu sein.




Das ist der Stern, hier die Arbeit von Evi. In Natura ist er noch viel schöner. Man kann ihn in den verschiedensten Farben klöppeln, auch mit Metalldraht und oder Glitzer, oder Farbverläufen. Noch kurz vor der Abfahrt hat mir Margret gesagt, das ich das auch schon könne - WIRKLICH?! - Jubel! Also ganz umsonst neidisch gewesen.

In meinem nächsten Kurs im Oktober wird das Ding gerockt! 
Dann müsst ihr alle nochmal eine Klöppelgeschichte über Euch ergehen lassen, dann mit Stern. 

Alles Liebe
Eure Netti

PS: Noch eine persönliche Notiz, in diesem Kurs habe ich sehr viele tolle Erfahrungen mit Jesus gemacht. Immer wieder hat er mich ermutigt meinen Weg zu gehen und mich zu behaupten. MEINEN Weg und nicht den eines anderen. Das war das Wichtigste was ich aus diesem Kurs mitnehme. 

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