Freitag, 20. Mai 2016

Klöppeln in Wernau - Teil 2 - Mikado für Garnliebhaber(Innen)

Klöppeln in Wernau hat für mich immer eine lange Reichweite, die Ruhe dort und das kreative Chaos (Nein, das schließt sich nicht aus!), das Verwöhnt werden, die lieben Mitkreativen und Kursleiterin. Die schönen Abende bei Rotwein und Käse, der gute Buchladen (man findet immer was)... Das füllt meine Glückstanks für Wochen:


Blick aus dem Zimmerfenster in den Innenhof mit Haupteingang.

Nachdem das Thema Leinentunika nun vorerst abgeschlossen ist, sollte ein neues Projekt her. Ich wollte endlich mal mit handgefärbter (bunter) Seide arbeiten - nach so langer Zeit mit naturfarbenem Leinen. Dieses Mal habe ich mich ausführlich beraten lassen. Unsere fachkundige Lehrerin hatte wieder eine große Auswahl an Mustern und Garnen dabei:








Die berühmte "Qual der Wahl". Aber verhältnismäßig schnell fand ich "mein" Garn und Muster. 
Es war Liebe auf den ersten Blick. Es ist das Tuch Sabrina von Christine Mirecki.

Flieder - Pink - Zitronengelb - Apfelgrün 
Hier wird am Klöppelbrief gebastelt.


Dank eines rettenden Engels mit fahrbarem Untersatz konnten ein freies Klöppelkissen und der Wollwickler von daheim abgeholt werden. Dankeschön!

Zum ersten Mal werde ich mit so vielen Paaren klöppeln - auweia! Aber bevor es so weit war mussten all' die Klöppel gewickelt werden. Auch hier sprang der Engel wieder ein, ein elektrischer Klöppelwickler wurde hervorgezaubert und ein Ständer um all' die Paare sauber unterzubringen:




Das ist erst der Anfang, etwa 20 Klöppel pro Farbe!

Die Spannung stieg, wie managed man so viele Klöppel?! Sicherheitshalber haben wir keine Hülsenklöppel, sondern die schlankeren Kantu-Klöppel genommen. Diese Klöppelform stammt aus Italien, die Klöppel klappern nicht, sondern klingen schön melodisch beim Arbeiten. "Nacktschnecken" nannte sie der Engel. Bisher kann ich nur positiv von meinen Nacktschnecken sprechen.

Es geht lo-hos!

Den Anfang hat Kursleiterin Margret für mich geklöppelt, damit eine gleichmäßige Tuchkante entsteht. Auch die ersten "Reihen" hat Sie vorgeklöppelt. Es ist wirklich leicht, fast nur Leinenschlag (Grundschlag).


Schon so viele! Aber es werden mehr!

Das Schöne ist, man kann in Abschnitten arbeiten. Muss nicht über alle Farben gleichzeitig arbeiten. Die Anleitung (der Klöppelbrief) ist sehr ordentlich und logisch gezeichnet. Das macht es sehr übersichtlich und recht einfach zu klöppeln, auch wenn es für den Laien schon mächtig gewaltig aussieht. Habe nie mehr als 2 Paare in der Hand. Das richtige Paar zu finden braucht aber etwas Übung und eine ruhige Hand - "Mikado" für Garnliebhaber(Innen).

Gleich folgt noch Zitronengelb

Dank der Super-Anleitung durch Margret klappte es recht bald mit dem selbstständigen Arbeiten. Nun wird eisern jeden Abend ein "Blatt" geklöppelt. Zum nächsten Kurs Anfang Juni möchte ich die letzten beiden Farben einfügen, dann werden es 80 Klöppel-Paare sein. Noch immer fühle ich mich als Anfängerin, aber die anfängliche Angst "Ich lerne das nie!" ist vorbei. 

Das letzte Bild vor der Abfahrt
Sicher daheim angekommen
Ich kann nur jedem Interessierten Mut machen. Man muss üben - wie bei jedem Handwerk - aber es ist machbar. Vor allem braucht man Geduld, vor allem mit sich selbst. Das übt in meinem Falle, gelassen zu bleiben und dankbar. 


Dankbar für die neuen netten Menschen die man kennen lernt, die schöne Zeit und das neue entstehende Produkt, die kostbaren Materialien, das leckere Essen, die blitzsauberen Zimmer, das Extra-Eis, die Freundin die zu Besuch kam! Nach so einem Kurs fühle ich mich reich beschenkt, meine Tanks sind wieder randvoll. 

Dankeschön an alle die daran Anteil hatten!


Eure Netti


Kommentare:

  1. Das ist für mich der helle Wahnsinn, liebe Netti. Chapeau und Mund-offen-steh... Schön, dass Du dabei so auftanken kannst!

    Herzlichst Bine

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  2. Das Garn und das Muster haben mich erst gar nicht angesprochen, aber so verklöppelt sieht das phantastisch aus!

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