Strickferien: Passt perfekt oder Abnehmen ohne Diät


Endlich gibt es sie auch in Deutschland! Kreative Ferien, Treffen an schönen Orten, mit Gleichgesinnten, einfach mal machen, dem Alltag entrinnen, verwöhnt werden und werkeln nach Herzenslust. Schon lange wollte ich einen Kurs bei Hand Herz Seele buchen, es mangelte an Zeit, Geld oder freien Plätzen. Aber nun hat es endlich geklappt:


Die Taschen sind gepackt.
Vom 12. bis 14. Januar 2018 hatte ich mich für den Kurs "Passt perfekt, strick Dir Dein Lieblingsteil mit Mona C. Wagner" angemeldet. Eigentlich habe ich schon Craftsy Kurse zum Thema angesehen, und einige Bücher zum Thema gelesen, aber irgendwie haperte es an der Umsetzung.
Die Beschreibung des Kurses klang zwar spannend, es war mir zunächst gar nicht so wichtig um welchen Kurs es sich handelt, sondern das es eine Auszeit werden sollte. Ich hatte wieder eine lange Phase der Krankheit (seit November) hinter mir und wollte mich mal mit etwas Schönem beschäftigen. Neue Projekte hatte ich schon länger nicht mehr angefangen (bis auf ein Geschenk), wollte mir neue Inspirationen holen und Kraft tanken.




Unterwegs

Bei der Anmeldung zum Kurs konnte man 2 aus 4 Technik-Kursen auswählen. Meine Wahl fiel auf "Ärmel von oben einstricken" und "Anfänge und Abschlüsse".

Meine Teilnahme war bis wenige Tage zuvor noch unsicher, aber der Arzt stimmte zu. Endlich war es soweit - Taschen gepackt, voll mit Wolle, Nadeln und Hausaufgaben für die Technik-Kurse.  Letztere waren aber schnell vorbereitet, man hätte es auch (wie früher) noch kurz vorm Unterricht erledigen können. Für einige Heiterkeit sorgte die Hausaufgabe für den Workshop "Ärmel von oben einstricken". Das Gebilde sah stark nach einer Mini-Unterhose aus.



In Hohebuch war ich des Öfteren zu Gast, wer hier mitliest erinnert sich eventuell an meine Berichte über die
schönen Webkurse des Hauses. So war die Anreise per Bus und Bahn Routine, die Anmeldung im Haus, das Finden der Zimmer (102) simpel - alles entspannend. Der Kurs fand im kleinen Saal statt, diente uns in der gesamten Zeit als Aufenthalts-, Hauptkurs- und Strickzimmer. Es war schön gleich durch Cordula persönlich begrüßt zu werden, einige Teilnehmer waren auch schon eingetrudelt und schon fleissig am Stricken. Ein kleines Begrüßungsgeschenk lag auf jedem Platz und wir bastelten und malten unsere Namensschilder.


Blick aus dem Fenster in Hohebuch
Der Anreisetag begann ganz entspannt mit dem gegenseitigen Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen, nebenher Stricken, spazieren gehen und Seele baumeln lassen. Meine Klöppelfreundin Katja war auch unter den Teilnehmerinnen, wir hatten uns ewig nicht mehr gesehen und uns entsprechend viel zu erzählen. Aber auch neue Bekanntschaften entstanden.  Mir blieb fast die Luft weg als ich Chanti-Manou sah, das hatte ich nicht erwartet - ein echter Star in unserer Truppe! Habe erst einmal einen Tag gebraucht bis ich mich traute mit ihr zu sprechen. Du meine Güte...dabei ist sie so nett!





Mona & Cordula
Nach dem Abendessen begann Mona mit einer Einführung in den Hauptkurs "Passt perfekt", erläuterte anhand ihrer eigenen Entwürfe die dahinterstehende Konstruktion. Jede von uns durfte Wünsche äußern, Probleme mit der Passform von Kleidung nennen - für jede von uns gab es Lösungen, auf die Mona sehr gut einging. Schon an diesem Punkt war klar - Mona hat echt was drauf und eine gute Art zu erklären. Vor allem machte sie mir Mut durch ihre Reaktionen auf meine Fragen. Ich fühlte mich auf dem richtigen Weg und gut aufgehoben.


Am nächsten Morgen, nach einem ausführlich Frühstück mit dem leckersten Müsli der Welt starteten wir im Hauptthema "Passt perfekt" und seinen technischen Finessen. In meinen Augen muss man schon ziemlich clever sein um einerseits die vielen Informationen so kompakt dazustellen und andererseits es auch mathematisch weniger talentierten Menschen klar zu machen was Sache ist.




Mona in Aktion
Es gab einen richtigen AHA Effekt als ich mir meine selbstgestrickte Strickjacke anzog. Sie ist nämlich viel zu groß für mich, da ich immer nur auf das Maß der Oberweite geachtet hatte. Die allermeisten Anleitungen sind ja so geschrieben: Brustumfang = Konfektionsgröße. Da jede von uns verschieden ist, natürlich reiner Glücksfall wenn das Kleidungsstück dann perfekt passt. Das war mir zwar schon lange klar, nur das Umsetzen in einer Anleitung fiel mir dann doch schwer. Was rechnet man nun wie um? Und wie strickt man das dann?


So gewappnet maßen wir uns in Teams gegenseitig aus, ganz auf Genauigkeit bedacht. Wir ermittelten Maße von denen ich noch nie gehört hatte. Dabei u.a. die Passenhöhe, ein extrem wichtiges Maß wenn die Jacke nicht ungewollt auf Wanderschaft gehen soll. Bisher hatte ich auch nicht gewusst das man die Schulterbreite von Schlüsselbeinende zu Schlüsselbeinende misst usw...






Start Ärmel von oben

Ein kleines innerliches HURRA kam noch hinzu, eigentlich bin ich hauptsächlich 3 Konfektionsgrößen kleiner als gedacht! Ich war bisher noch nie auf die Idee gekommen das ganze System Konfektion in Frage zu stellen, ich fand mich selbst bisher immer als falsch. Ach Du liebe Einfalt! Klatsche mir gerade mit der Hand an die Stirn.



Danach startete der Technik-Kurs "Ärmel von oben einstricken" für einen Teil von uns, alle anderen hatten Freizeit. Die Technik verstand ich problemlos und war begeistert vom Ergebnis - ich werde mich nie wieder beim Ärmel stricken ärgern müssen.







Ärmel von oben - es wird!
Den restlichen Tag hatte ich nun quasi frei - mein nächster Technik-Kurs fand erst am kommenden Tag statt. Am Nachmittag und am Abend gab es Fragerunden mit Mona, in denen wir ausführlich alle neu gewonnenen Erkenntnisse mit ihr durcharbeiten konnten. So ganz nebenher habe ich noch ein ganz lang gelagertes Strickprojekt beenden können, da man im Unterricht stricken durfte - es war ausdrücklich gewünscht.

Großzügiger Weise hatte Mona uns zwei ihrer Designs geschenkt, jede konnte frei aus ihren Ravelry Anleitungen (Klick für den Link zu den Designs) auswählen. Ich habe mich für Tiristeach und Winter Song entschieden. Das Schöne war ja, man konnte die Stücke direkt vor Ort ansehen. Mona erklärte die technischen Details, was sehr hilft, wenn man eine neue Anleitung vor sich hat. Dabei gab sie Hinweise wie man das Stück für sich persönlich anpassen kann und hatte gleich ein paar Ideen parat wie es noch schöner an der Person selbst aussehen könnte. Sie sprühte regelrecht vor Kreativität, man konnte spüren das sie in ihrem Element war.



Spaß im Kurs, gespickt mit vielen wertvollen Tipps von Mona 

Eine Biese ist entstanden.

Ganz ehrlich: Monas Anleitungen haben mich anfangs nicht so vom Hocker gerissen als ich sie das erste Mal bei Ravelry sah.

Hauptgrund war, das Mona so eine zierliche Person ist - von meiner Statur weit entfernt. Ich hatte nicht gedacht, das mir ihre Kleidungsstücke stehen würden, schliesslich sind sie ja für die kleinen Leute...naja... falsch gedacht! Ich schäme mich fast ein wenig über meine Einfalt.

Ganz sicher hat das auch etwas mit der eigenen Wahrnehmung zu tun. Natürlich rede ich hier nicht von "Wurst in Pelle" Kleidung, sondern von mir geschickt angepasster Kleidung. Eigentlich ein Wahnsinn Kleidung nach Konfektionsgrößen zu kaufen...

Manchmal sieht man auf den ersten Blick gar nicht, wie sie es schafft das sich eine Kante im Leinenstich nicht wellt, der Reißverschluss so perfekt sitzt oder wie Biesen so schön aussehen können. Tricks und Tipps zu Hauf!


Natürlich lebt so ein Kurs von den Teilnehmern und ihrem Input. Wir harmonierten herrlich, trotz unserer Unterschiedlichkeit. Es wurde nie langweilig, eine zunächst unspektakuläre Frage entpuppte sich zu einem AHA Moment, z.B. die Frage zu Taillenabnahmen. Also an dieser Stelle ein großes Dankeschön alle Mitstreiterinnen, das war echt schön mit Euch! Das sollten wir wiederholen!

Unsere prima Truppe, eine netter als die andere.







Auch wenn ich die gute, bodenständige Küche in Hohebuch schon kenne, diesmal war es wieder echt lecker! Es gab sogar ein Kochbuch mit den Klassikern aus Hohebuch - die Seelen, das Müsli, der Brotaufstrich, die Quiche...das musste ich einfach mit heim nehmen. Sonntags gab es wieder selbstgemachtes Eis mit Roter Grütze...hach...










Am Sonntag hatte ich nun noch den Technik-Kurs "Anfänge und Abschlüsse", bei dem ich mich gleich an das Produzieren von den mir neuen Biesen machte. Eigentlich einfach und verzieht sich auch nicht, wenn man ein paar Tricks beachtet. Schön ist, wenn man die Wirkung gleich an fertigen Stücken sieht - Mona hatte reichlich Beispiele dabei. Auch für Tunnelzüge, Leinenwebstich-Kanten (horizontal und vertikal),.... Ein prima Kurs, der viel zu schnell endete - ein Fehler der sich übrigens konsequent durch das gesamte Wochenende zog.

Zum Abschluss hat uns Mona ihre neue Sommerkollektion Santorini gezeigt, ganz zarte Teile aus Leinengarnen. Wirklich hübsch und ganz bestimmt auch etwas für mich. Das traue ich mich jetzt einfach mal und warte auf die Veröffentlichung.






Tiristeach in Arbeit

Als dann alle Koffer gepackt, das letzte Mittagessen gegessen und Abschiedsbilder geschossen waren ging es heimwärts. Ich hatte das große Glück das mich eine Freundin (Danke Katja!) mitnahm. Wir fuhren einen malerischen Weg durch Wälder und Berge zurück, ganz entspannt im Sinne des hinter uns liegenden Wochenendes. Tiefen-entspannt und voller neuer Energie kam ich zu Hause an.

Auf jeden Fall werde ich nun Anleitungen mit neuen Augen sehen, alle Schnitte auf Herz & Nieren prüfen, mich an zierlichere Projekte wagen. Schließlich bin ich um 3 Größen geschrumpft - ganz ohne Diät und das auch noch direkt nach den Feiertagen...



...und Cordula hat es möglich gemacht. Sie hat so eine liebe Art, bei der man sich sofort gut aufgehoben fühlt, eine geborene Gastgeberin! Da ich selbst vom Fach (Hotelfach) bin maße ich mir dieses Urteil einfach einmal an. Eine gute Organisation bemerkt man als Gast nicht, höchstens eben daran das alles da ist wo es sein sollte.  Sie hat so eine Art Fragen zu stellen bei der sehr interessante Unterhaltungen zu Stande kommen, ich hätte noch ewig mit ihr erzählen können. Das war nicht mein letzter Kurs bei Hand Herz Seele!

In meinem Podcast NettisNadelkunst Januar 2018 berichte ich nochmals ausführlich über den Kurs mit Mona in Hohebuch. Sabine (fritzi01) und Meike (gnomenhexe) berichten in ihren eigenen Blogs über dieses schöne lange Wochenende; mit einem Klick auf die Namen gelangt ihr dorthin. Chanti-Manou wollte auch etwas zum Thema berichten, konnte es noch nicht finden - verlinke es sobald ich es habe.

Alles Liebe,
Netti

PS: Leider war ich ohne Fotoapparat unterwegs, die Bilder stammen von meinem Mobiltelefon und wurden z.T. von den Kursleitern zur Verfügung gestellt. 

Kommentare

  1. Schee war's. Jederzeit gerne wieder... Cordula, ich hoffe, Du liest das. ��

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  2. Liebe Netti,

    da ist nichts mehr hinzuzufügen. Es war sehr schön mit Euch allen und ich hoffe auch stark auf eine Wiederholung!

    Und jetzt warte ich gespannt auf Deine neue Folge.

    Ganz liebe Grüße

    Sabine

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  3. Das klingt ja sehr interessant, hätte mir sicher auch Spaß gemacht. Ich habe jetzt mal sofort bei Hand Herz Seele den Newsletter abonniert, vielleicht findet sich ja mal ein Kurs nach meinem Geschmack.
    LG
    Ingrid

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