Von Frühling und Engeln begrüßt - Klöppeln in Wernau

Haupteingang des Tagungshauses


Schon wieder! Könnte man sagen, denn das ist nicht mein erster Besuch im Tagungszentrum Wernau. Hier bin ich ein- bis zweimal im Jahr zu einem längeren Klöppelkurs zu Besuch. Wir starteten am Donnerstag -Nachmittag und blieben bis Sonntag - Mittag. Inzwischen haben im Haus einige Umbauten stattgefunden, das Haus sieht jetzt im Inneren viel moderner und frischer aus.




Mein Lieblingsbaum auf dem Gelände


Noch sieht es nach Winter aus, sogar der Himmel war grau, aber beim Näherkommen zog der Frühling ein. Leider kann ich das Vogelzwitschern nicht auf den Bildern einfangen. Wenn man genau hinsah konnte man doch überall die Zeichen sehen. Der Frühling kommt! Ganz sicher!


Kleine Schätze auf der Wiese

Blumen am Eingang




















Engel zur Begrüßung im Empfangsbereich





Erst einmal ankommen und aufbauen, ganz gemütlich. 
So startet eigentlich jeder Kurs von Margret Hund. Ganz in Ruhe, ohne Hektik. Schön wenn die Hektik hier keinen Platz hat, beim Klöppeln sowieso nicht. Vielleicht ist es deshalb noch immer als "old school" angesehen. Auf den ersten Blick keine Technologie, nur Hölzchen, Fädchen und viel Hirn. 











Aufbauphase

In Wernau werden wir bestens versorgt. Wer möchte kann hier komfortabel übernachten, reichlich essen und trinken. Die Kaffeemaschine steht direkt vor dem Kursraum und wurde sehr gerne genutzt.


Die wichtigste Maschine des Kurses. 

Dieses Mal hatte ich ein altes Projekt dabei, an dem ich weiterkommen wollte. In Gesellschaft klöppelt es sich nun mal am besten dachte ich mir. 

Trotzdem habe ich mir viele Anregungen holen können, z.B. wie man viele Klöppel auf einer kleineren Rolle besser unterbringt. Dankeschön, liebe Marion! So eine Stunde lang habe ich Klöppel sortiert, damit sie zukünftig besser transportabel sind. 

Vorher - Klöppel sind gesichert, aber nicht unbedingt sicher zu transportieren.





















 
Rechts im Bild sieht man die Anfänge
des Sortierens.


Ich habe sie motivweise geschichtet, dabei die einzelnen Gruppen mit Knopflochgummi gesichert und die Schichten mit Taschentüchern geteilt. Dabei habe ich sie seitlich auf der Rolle mit Nadeln befestigt, so das die Mitte zum Arbeiten frei bleibt.
Jetzt ist meine Rolle zwar ca. 30cm breiter, aber nichts klappert mehr herum. Die Klöppel haben es nun schwerer einfach so abzuwickeln und herumzurollen.

Das Thema wurde nun so wichtig, weil ich demnächst das Muster mit allen über 80 Paaren klöppeln muss. Wir haben zwar mit einzelnen Abschnitten begonnen, die man zusammenhäkelt, aber sobald ich einmal um die Rolle herum bin habe ich alle Paare nebeneinander. Es wäre mit einer großen Rolle einfacher, aber die hatte ich damals noch nicht.





Hier mein Schal von der anderen Seite.
Natürlich haben wir auch reichlich geklöppelt, erzählt, Musterbücher gewälzt, Garn gefühlt und es uns gut gehen lassen. Margret hatte wieder reichlich Materialien dabei. Ein Glücksfall war das sie gerade eine neue Lieferung Bücher erhalten hatte. Jede von uns fand etwas Schönes, was in Zukunft auf das Kissen kommen wird. Was mich immer wieder beeindruckt ist die Vielfalt die das Klöppeln bietet. Ich klöpple noch recht einfach in Torchon Technik. Es gibt aber viele weitere Techniken, die ich ehrlich gesagt noch nicht überblicke und wahrscheinlich auch nie werde. Margret beherrscht sie alle und konnte auch den Könnern im Kurs jederzeit weiterhelfen. Ob Rolle oder Flachkissen, Rosalie, Binche oder Flandrisch...Margret konnte sofort weiterhelfen, sie ist ganz offiziell Kursleiterin des Deutsches Klöppelverbandes.

Den Schal rechts klöpple ich schon seit Langem, das wird auch noch längere Zeit so weiter gehen. Er wird nach einem Entwurf der Designerin Christine Mirecki "Schal in Pink" gearbeitet. Es ist einfacher Leinenschlag. Für Könner sehr langweilig, weil immer das Gleiche. Ich bin einfach glücklich, das ich selbstständig an dem Teil arbeiten kann. 

Fahrrad fahrende Schweinchen wollte ich schon immer mal ;-)
Zur Belohnung all der Sortiererei gab es eine Klöppeltasche, die extra für Klöppelrollen gedacht ist. Sie hat neben einem starken Reißverschluss viele Taschen in denen man noch Material unterbringen kann. Trotz weit abstehender Klöppel passt alles perfekt hinein. Sehr praktisch für Kurse: Zum Arbeiten stellt man die Tasche auf den Klöppelständer, öffnet den Reißverschluss und kann sofort loslegen, ohne die Tasche entfernen zu müssen.

Ach ja, und die Klöppel....Margret brachte mich auf die Idee (um Platz auf der Rolle zu sparen) Cantu Klöppel zu verwenden, diese sind zwar etwas leichter als Hülsenklöppel, nehmen aber viel weniger Platz weg. Beim Klöppeln klingen sie sehr schön, was meinem Mann sehr gut gefällt. Dieses Mal hatte sie von Hand gedrechselte Cantu Klöppel dabei. Sie sind dunkler und gemasert im Vergleich zu den Standard Klöppeln, dadurch wunderbar als Laufpaar-Kennzeichnung in meinem Leinenschlag-Projekt geeignet.


Von Hand gedrechselte Cantu Klöppel


Die Atmosphäre im Kurs war die ganz Zeit über heiter und ruhig, teilweise konnte man die berühmte Stecknadel fallen hören. Trotzdem wurde viel gelacht und erzählt. Die Mischung hat einfach gestimmt. Alle hatten wunderschöne Projekte dabei. Hier seht ihr gerade die Arbeit von Petra, die konzentriert einhäkelt.  




Diesen Stern möchte ich auch noch als größere Decke arbeiten. Garn und Brief (Anleitung) gab es natürlich direkt im Kurs. Denn ohne Beratung möchte ich so ein Projekt dann doch nicht in Angriff nehmen, z.B. sollte die Stärke des Garnes zur Größe des Briefes passen usw. 


Margrets Garne 

Es klang ja bereits an, Material war mehr als reichlich vorhanden um jegliches Projekt starten zu können. Von Seide, über Baumwolle, Leinen aber auch Glitzer und Pailletten, sogar handgefärbte Seide und Leinen waren zu finden. Habe leider vergessen die Bücherkiste zu fotografieren. 

Apropos Bücher, in Wernau gibt es einen ganz tollen Buchladen, über den wir jedes Mal "herfallen". Sie schaffen es dort immer etwas besonderes im Laden zu haben, können zu jedem Buch etwas sagen und beraten ganz toll. Das Angebot geht aber weit über Bücher hinaus, mit Leckereien aus dem Fairen Handel, Kunstkarten und Artikeln für Kirchgänger (Rosenkränze, Kreuze, Kerzen). Besonders schön finde ich die die kreative Abteilung, die zwar wenige aber nicht so häufig zu findende Bücher führt. Bestellungen sind innerhalb eines Tages dort, sehr attraktiv, wenn man 4 Tage vor Ort ist. 



Falls jetzt jemand Lust bekommen hat es einmal mit dem Klöppeln zu versuchen, könnt Ihr gerne an Netti@Nettisnadelkunst schreiben, ich leite es an die Kursleiterin Margret Hund weiter. 










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